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Rumspinnen und Blaumachen am Museum…

Komplett ausgebucht war die Gartenaktion, die im Museumsgarten am Sonntag auch zahlreiche Zaungäste beeindruckte. Anders als die Familie Schönfeld, die Erbauer der Museumsvilla, die ihr Geld mit dem maschinellen Verspinnen von Flachsfasern (Hede) verdienten, entführten die Vorführungen der OWL-Karolinger etwas weiter in die Vergangenheit. Die Mittelalter-Darsteller, die sich unter anderem auf die historische Faser- und Lederverarbeitung spezialisiert haben, zeigten, wie man innerhalb kürzester Zeit das Spinnen mit der Handspindel erlernen kann. Aufgebaut waren Flachs und mit Pflanzenfarben gefärbte Wolle, daneben Spindeln und Rocken, Lederutensilien und Gewandspangen.


An Mitmachstationen konnten die angemeldeten Besucher das Spinnen, Filzen und Färben selbst ausprobieren. Beim Blaumachen konnten die Teilnehmer ein Blaues Wunder erleben, wenn sie mit der Gästeführerin Angelika Bielefeld das Färbegut aus dem stinkenden gelb-grünen Pflanzensud zogen und es an der Luft durch die Reaktion mit dem Sauerstoff Blau wurde.


Auch viele Wall-Spaziergänger blieben an dem zum Museumsgarten gespannten Roten Faden stehen, an dem auf Karten sprichwörtlich gewordene Wendungen untergebracht waren, die mit der Faserverarbeitung zu tun haben. Vom „Roten Faden“ über den „Seidenen Faden“ oder woher es kommt, dass man „den Faden verliert“ und warum uns jemand „fadenscheinig“ erscheint, wurde dort erläutert. Den Geduldsfaden muss jedenfalls niemand verlieren, der jetzt schon auf die nächste Museumsaktion wartet.

 

 

 

Das Foto von Ralf Bittner zeigt die OWL-Karolinger im Museumsgarten

Die OWL-Karolinger im Museumsgarten. Foto: Ralf Bittner

 

 

Vom Schaf zum Schal: Schafwolle frisch verarbeitet. Foto: Ralf Bittner

Vom Schaf zum Schal: Schafwolle frisch verarbeitet. Foto: Ralf Bittner