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Pöppelmann und Herford

Matthäus Daniel Pöppelmann – ein gebürtiger Herforder und Namenspatron unseres Museums

1662, wahrscheinlich am 3. Mai, wurde Matthäus Daniel Pöppelmann in Herford geboren. Seine Vorfahren waren wohlhabende Kaufleute, Vorsteher der Kaufmannschaft, Ratsherren oder Bürgermeister. Einige von ihnen hatten studiert und versahen das Amt eines Notars. Auch der Vater des späteren berühmten Baumeisters, Henrich Pöppelmann, war Ratsmann und zusätzlich noch Gogerichtsschreiber. Er führte einen Laden im seinem Haus in der Lübberstraße 7, der allerdings nicht viel abwarf. Der Subkonrektor des Gymnasiums war Pöppelmanns Onkel und Vormund. Die Vermutung liegt nahe, dass dieser dafür sorgte, dass der spätere Erbauer des Dresdner Zwingers das Herforder Gymnasium besuchte. Wann Matthäus Daniel Pöppelmann Herford verließ ist unbekannt. 1680 kam er nach Dresden und seit 1686 war er fest im kurfürstlichen Bauamt angestellt.

Gerade zum Baukondukteur befördert, heiratete er 1692 Catharina Margaretha Stumpf. Sie brachte drei Jungen und vier Mädchen zur Welt, das letzte in ihrem Todesjahr 1712. Ein Jahr später ehelichte Pöppelmann Anna Christina Ott. Diese Ehe blieb kinderlos. Seine zweite Ehefrau starb 1729. Nur langsam stieg Pöppelmann vom unbezahlten Zeichner zum ersten Architekten des Königs und zum Oberlandbaumeister auf. Den ersten Karrieresprung machte er 1705: Er wurde 43jährig Landbaumeister. Seitdem war er an allen großen Bauprojekten des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken beteiligt. 1710 und 1715 schickte der König ihn zu Studienreisen nach Frankreich, Wien, Rom und Prag. 1718 während der verstärkten Bauarbeiten am Zwinger ernannte er ihn zum Oberlandbaumeister.

Seit 1721 plante Pöppelmann, während er an vielen weiteren großen Bauprojekten arbeitete, die Veröffentlichung des Kupferstichwerkes zum Zwinger. Es erschien 1729. 1735 erkrankte Pöppelmann und starb ein Jahr später 73jährig. Beigesetzt wurde er in der Matthäuskirche in Dresden-Friedrichstadt.

Nach Errichtung des Ausstellungsanbaus regte der Herforder Kunstverein an, den Museumskomplex nach dem Barockbaumeister zu benennen. Johanna Ahlers, Vorsitzende des Vereins, begründete die Namenswahl, wie folgt:

»… Das Anliegen von Herrn Dr. Budde war immer und schon vor der Gründung unseres Vereins, den Namen Pöppelmann wieder in das Bewusstsein der Herforder zu bringen und es fanden sogar Überlegungen statt, ob man den Verein nicht nur Pöppelmann-Gesellschaft nennen solle. Wir meinten dann aber, dass die Beschäftigung mit der modernen Kunst unter diesem Namen fast ausgeschlossen sei … und so kam es zum Namen Herforder Kunstverein mit Untertitel Pöppelmann-Gesellschaft. …« (Zitiert nach der Festschrift „50 Jahre Herforder Kunstverein“)

In der Tat hatte sich Dr. Gerhard Budde, der Mitbegründer des Kunstvereins, bereits während seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Herforder Heimatvereins (1932 – 1939) stark dafür gemacht, das Andenken an Pöppelmann in Herford zu pflegen. Unter seiner Ägide wurde die Tradition der Pöppelmann-Feiern mit kunstgeschichtlichem Vortrag begründet. Der Verein zeigte zum 200. Todestag des Baumeisters 1936 eine Ausstellung und widmete diesem eine komplette Ausgabe seines Herforder Heimatblattes. Die Stadt benannte den früheren Kaiser-Friedrich-Wall 1936 in Daniel-Pöppelmann-Wall um.

Seit 1975 gibt es die Pöppelmann-Medaille, mit der der Erhalt historischer Bausubstanz und beispielhafter moderner Architektur gewürdigt wird. Gestiftet wurde die Medaille von der »Bürgerinitiative zur Erhaltung des charakteristischen Stadtbildes« und dem »Herforder Verein für Heimatkunde«. Heute vergibt sie der »Verein für Herforder Geschichte« (Nachfolger des Vereins für Heimatkunde).

 

Pöppelmann-Medaille